Annette's Vater
Clemens August II. von Droste zu Hülshoff war ein bedeutender Adliger und Gutsbesitzer aus dem Münsterland, der von 1760 bis 1826 lebte. Er wurde am 7. November 1760 auf Burg Hülshoff geboren und starb am 25. Juli 1826 ebendort.
Clemens August II. entstammte einem alten katholischen Adelsgeschlecht, das seit 1417 seinen Stammsitz auf der Wasserburg Hülshoff hatte. Er war der älteste Sohn des Rittmeisters Clemens August I. von Droste zu Hülshoff und seiner Frau Maria Bernardina von der Recke-Steinfurt. Seine Mutter war bekannt für ihre musikalischen und künstlerischen Talente.
Als Gutsherr war Clemens August II. für die Verwaltung und Entwicklung des Familienbesitzes verantwortlich. Er setzte verschiedene Baumaßnahmen auf Burg Hülshoff um, darunter die Trockenlegung des südlichen Geländes und die Gestaltung des Parks als Landschaftsgarten.
Während der napoleonischen Herrschaft wurde er gegen seinen Willen zum Maire (Bürgermeister) von Roxel und Albachten ernannt. Er diente in dieser Funktion zwischen 1808 und 1813, zunächst für das Großherzogtum Berg und später direkt für das Erste Kaiserreich.
Clemens August II. war der Vater der berühmten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Er hatte eine besondere Beziehung zu seiner Tochter, und seine Wesenszüge sollen einen großen Einfluss auf ihre Dichtung gehabt haben.
Ein Jahr vor seinem Tod erwarb Clemens August II. das von Johann Conrad Schlaun erbaute Haus Rüschhaus als Witwensitz, das später auch zum Wohnsitz seiner Tochter Annette wurde. Er war der letzte Stammherr auf Burg Hülshoff und wurde an der Sakristei der alten Pfarrkirche St. Pantaleon in Roxel bestattet.
Clemens August II. von Droste zu Hülshoff hinterließ ein bedeutendes Erbe als Gutsherr und Familienoberhaupt, das besonders durch die literarische Karriere seiner Tochter Annette in Erinnerung geblieben ist.
Annette's Mutter
* 07. Mai 1772
+ 01. März 1853
Therese Luise von Haxthausen war die Mutter der berühmten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Sie stammte aus einem alten westfälischen Adelsgeschlecht, den Haxthausens. Therese Luise heiratete Clemens August von Droste-Hülshoff, der ebenfalls einer alteingesessenen westfälischen Adelsfamilie angehörte.
Das Ehepaar bekam vier Kinder, von denen Annette von Droste-Hülshoff das zweite war. Annette wurde am 10. Januar 1797 auf dem Wasserschloss Hülshoff nahe Münster geboren.
Die Familie von Haxthausen gehörte zum Uradel im Hochstift Paderborn und hatte eine lange Geschichte in der Region. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden die Haxthausens vom Paderborner Fürstbischof mit den Gütern Abbenburg (bei Bökendorf) und Bökerhof belehnt, wo sie ihre ersten festen Häuser errichteten.
Therese Luise von Haxthausen lebte in einer Zeit großer politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, die das Ende der alten Ordnung der geistlichen Fürstentümer in Deutschland markierten. Diese Umbrüche hatten sicherlich auch Auswirkungen auf das Leben ihrer Familie und ihrer Tochter Annette, die später eine bedeutende Dichterin wurde.
Katharina Maria Elisabeth Plettendorf
Katharina Maria Elisabeth Plettendorf war eine wichtige Person im Leben von Annette von Droste-Hülshoff.
Sie wurde am 22. April 1763 in Nordwalde geboren und verstarb am 16. Februar 1846 mit 83 Jahren im Rüschhaus in Nienberge Sie wurde in Nienberge begraben. Das Grab existiert aber
heute nicht mehr.
Plettendorf übernahm als Amme die Pflege der neugeborenen Annette von Droste-Hülshoff, die als Siebenmonatskind zur Welt kam und zunächst kaum lebensfähig schien.
Zwischen Droste-Hülshoff und Plettendorf entwickelte sich eine lebenslange, vertraute Beziehung. Die Amme wurde zu einer engen Freundin und Mentorin für Droste-Hülshoff, besonders in Fragen der Fürsorge und Pflege. Diese Verbindung war so stark, dass Plettendorf zwischen etwa 1830 und 1845 mit Droste-Hülshoff die vier kleinen Räume im Zwischengeschoss des Hauses Rüschhaus teilte.
Droste-Hülshoff selbst würdigte ihre Amme in einem Gedicht, in dem sie Plettendorfs Gesicht als eine Verbindung von Erinnerung und werter Gegenwart beschreibt und ihre "ewige Jugend" trotz grauer Haare hervorhebt. Diese poetische Hommage unterstreicht die tiefe Zuneigung und den Respekt, den die Dichterin für ihre lebenslange Begleiterin empfand.
In der 5. Strophe des Gedichtes " Was bleibt " beschreibt Annette ihre Amme :
Was bleibt
An meine Wange haucht' es dicht,
Und wie das Haupt ich seitwärts regte,
Da sah ich in das Angesicht
Der Frau, die meine Kindheit pflegte,
Dies Antlitz, wo Erinnerung
Und werte Gegenwart sich paaren:
»O Liebe«, dacht' ich, »ewig jung
Und ewig frisch bei grauen Haaren!«
Annette's Schwester
Jenny v. Droste - Hülshoff
*02. Juni 1795 in Münster
+29 . Dezember 1859 in Münster
Jenny von Droste-Hülshoff, geboren als Maria Anna Henrietta Felicitas Freiin von Droste zu Hülshoff am 2. Juni 1795 in Münster, war die älteste von vier Geschwistern und die Schwester der bekannten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Hier sind einige wichtige Informationen über sie:
Jenny und Annette hatten eine sehr enge Beziehung. Sie verbrachten eine glückliche Kindheit auf Burg Hülshoff und erhielten eine umfassende Bildung. Jenny war die einzige in der Familie, die das dichterische Schaffen ihrer Schwester Annette unterstützte.
Wie ihre Schwester Annette hatte Jenny eine Liebe und Begabung für die Künste. Sie hinterließ Zeichnungen und Tagebücher, die heute als Quellen für das Leben der beiden Schwestern dienen.
1813 lernten Jenny und Annette die Gebrüder Grimm kennen. Jenny entwickelte eine besonders enge Beziehung zu Wilhelm Grimm. Sie führten eine intensive Brieffreundschaft von 1814 bis 1846, die als eine der interessantesten jener Zeit gilt. Es wird vermutet, dass zwischen Jenny und Wilhelm eine unerfüllte Liebesbeziehung bestand.
Im Jahr 1834 heiratete Jenny den 62-jährigen Gelehrten Joseph von Laßberg, der Witwer war. Die Verlobung fand auf dem Rigi statt, als Jenny 36 Jahre alt war. Die Heirat stieß zunächst auf den Widerstand ihrer Mutter, da Jenny als Stiftsdame im Besitz zweier Präbenden war.
Jenny war eine große Pflanzenliebhaberin, sogar mehr als ihre Schwester Annette. 1826 ließ sie ein kleines Gartenhaus errichten.
Jenny von Droste-Hülshoff war eine vielseitig interessierte und talentierte Frau, die nicht nur als Schwester einer berühmten Dichterin, sondern auch durch ihre eigenen Interessen und Beziehungen eine bemerkenswerte Persönlichkeit ihrer Zeit war.
Annette's Bruder
Werner v. Droste - Hülshoff
* 30. Juli 1798 in Münster
+ 23. Februar 1867 in Münster
Werner-Constantin von Droste-Hülshoff (1798-1867) war der ältere Bruder der berühmten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Als ältester männlicher Nachkomme übernahm er nach dem frühen Tod seines Vaters den Stammsitz der Familie, die Burg Hülshoff.
Werner-Constantin heiratete Karoline von Wendt und wurde zum Familienoberhaupt. In dieser Rolle war er verantwortlich für die Verwaltung und Erhaltung des Familienbesitzes, einschließlich der Burg Hülshoff, die seit 1417 im Besitz der Familie war.
Seine Schwester Annette, die als Tante eine wichtige Rolle in der Familie spielte, wurde oft von Werner-Constantins Familie in Anspruch genommen, insbesondere wenn es um die Betreuung seiner Kinder, ihrer Nichten und Neffen, ging.
Als Gutsbesitzer und Adliger setzte Werner-Constantin die Tradition seiner Familie fort, die zu den ältesten Adelsgeschlechtern Westfalens gehörte. Er war Teil der 20. Generation dieser angesehenen Familie und trug die Verantwortung, das Erbe und den Status der Droste zu Hülshoffs aufrechtzuerhalten.
Annette`s jüngster Bruder
Ferdinand v. Droste - Hülshoff
genannt " Fente "
* 12. April 1800
+ 15. Juni 1829
Joseph Freiherr von Laßberg
* 10. April 1770 in Donaueschingen
15. März 1855 in Meersburg
1834 Heirat mit Jenny v. Droste Hülshoff
Kinder :
Hildegard von Laßberg
* 5. März 1836 Eppishausen
+ 30. Juli 1914 Meersburg
Hildegund von Laßberg
* 5. März 1836 Eppishausen
+ 14. Mai 1909 Meersburg
Hildegard und Hildegunde Laßberg
Hildegard von Laßberg
* 5. März 1836 Eppishausen
+ 30. Juli 1914 Meersburg
Hildegund von Laßberg
* 5. März 1836 Eppishausen
+ 14. Mai 1909 Meersburg
Heinrich Straube (1794-1847) war ein deutscher Schriftsteller und Jurist, der am 2. Januar 1794 in Kassel geboren wurde und am 31. Dezember 1847 ebendort starb. Einige wichtige Aspekte seines Lebens und Wirkens:
Straube studierte Literaturwissenschaft in Göttingen, trotz finanzieller Schwierigkeiten nach dem Bankrott seines Vaters4.
Er war Mitglied der "Poetischen Schusterinnung an der Leine", eines studentischen Dichterkreises4.
Zusammen mit Franz Ludwig von Hornthal gab er die Zeitschrift "Wünschelruthe" heraus, die allerdings nur ein halbes Jahr lang erschien.
Straube lernte Annette von Droste-Hülshoff über die Familie von Haxthausen auf Schloss Bökerhof kennen.
Zwischen beiden entwickelte sich eine enge Beziehung, die von der Familie Haxthausen aufgrund von Standes- und Konfessionsunterschieden nicht gerne gesehen wurde.
Im Sommer 1820 kam es zu einer dramatischen Wendung in ihrer Beziehung, die oft als "Jugendkatastrophe" der Droste bezeichnet wird.
Nach dem Ende der Beziehung zu Annette von Droste-Hülshoff widmete sich Straube ganz dem Jurastudium4.
1821 schloss er sein Studium in Göttingen mit dem Doktorgrad ab4.
1822 übernahm er die Praxis eines Advokaten am Oberlandesgericht Kassel.
1832 wurde er Staatsanwalt für die Provinz Niederhessen4.
1841 wurde er Regierungsrat an der Oberbaudirektion und 1842 Oberappellationsgerichtsrat4.
1823 heiratete Straube Johanna Marie Regenbogen4.
Nach seinem Tod fand man in seinem Nachlass eine Locke von Annette von Droste-Hülshoff.
Heinrich Straube bleibt vor allem wegen seiner Verbindung zu Annette von Droste-Hülshoff und seiner Mitgliedschaft im Bökendorfer Kreis in Erinnerung, obwohl er auch als Jurist eine beachtliche Karriere machte.
Levin Schücking war ein bedeutender deutscher Schriftsteller und Journalist des 19. Jahrhunderts. Er wurde am 6. September 1814 in Meppen geboren und starb am 31. August 1883 in Pyrmont. Schücking stammte aus einer alten westfälischen Familie und war der Sohn von Paul Modestus Schücking und Katharina Schücking, geborene Busch.
Als einer der meistgelesenen Romanautoren seiner Zeit wurde Schücking auch als "Walter Scott Westfalens" bezeichnet. Er verfasste Werke in fast allen literarischen Gattungen und galt zwischen 1850 und 1880 als populärer Journalist, Literaturkritiker und Erzähler. Viele seiner Erzählungen spielten in Westfalen, was ihm den Beinamen "westfälischer Walter Scott" einbrachte.
Schücking hatte eine enge Verbindung zur Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, für die er als literarischer Vermittler tätig war. Er arbeitete als Redakteur für verschiedene Zeitungen, darunter die Allgemeine Zeitung in Augsburg und die Kölnische Zeitung.
1845 heiratete Schücking die Schriftstellerin Louise von Gall, mit der er fünf Kinder hatte. Nach ihrem Tod 1855 zog er sich auf sein Anwesen Haus Schücking bei Sassenberg zurück, wo er weiterhin schriftstellerisch tätig war.
Levin Schückings Lebenserinnerungen, die 1886 veröffentlicht wurden, geben wertvolle Einblicke in seinen Aufstieg zum erfolgreichen Autor und in den Literaturmarkt seiner Zeit.
Clemens Maria Franz von Bönninghausen (12. März 1785 - 25. Januar 1864)
Clemens Maria Franz von Bönninghausen war ein bedeutender Homöopath, Botaniker und preußischer Verwaltungsbeamter.
Biografie
Geboren auf Gut Herinckhave bei Tubbergen in den Niederlanden, studierte Bönninghausen Rechtswissenschaften in Groningen und promovierte über niederländisches Jagdrecht. Nach verschiedenen juristischen Tätigkeiten übernahm er 1814 das väterliche Erbe, das Landgut Haus Darup in Westfalen.
1816 wurde er von König Friedrich Wilhelm III. zum ersten Landrat des Kreises Coesfeld ernannt und richtete die Kreisverwaltung auf seinem Landsitz in Darup ein.
Wissenschaftliche Tätigkeiten
Bönninghausen entwickelte eine Leidenschaft für Landwirtschaft, Flora und Fauna. Er war Direktor des Botanischen Gartens in Münster und Dozent an der dortigen Akademischen Lehranstalt, der späteren Westfälischen Wilhelms-Universität.
Als Schüler von Samuel Hahnemann wurde er zu einem der Wegbereiter der Homöopathie. Er verfasste zahlreiche Veröffentlichungen basierend auf seinen Erfahrungen aus seiner umfangreichen Praxis in Darup und Münster.
Besondere Leistungen
Bönninghausens Verdienste in der Homöopathie umfassten:
Erstellung der ersten praxisnahen Repertorien
Entwicklung einer Systematik der Hauptwirkrichtungen homöopathischer Arzneimittel
Erforschung der Wechselwirkungen von Homöopathika untereinander
Durchführung von Tierbehandlungen in größerem Rahmen
Er behandelte unter anderem die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die französische Kaiserin Eugénie.
Ehrungen
Bönninghausen wurde zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt51. Im Jahr 2014, zum 150. Todesjahr, wurde in Darup ein Denkmal zu seinen Ehren eingeweiht.
Amalie Hassenpflug
Amalie "Male" Marie Hassenpflug war eine deutsche Schriftstellerin, die von 1800 bis 1871 lebte1. Sie wurde am 30. Januar 1800 in Kassel geboren und starb am 1. Juli 1871 in Meersburg17.
Hassenpflug war eine bedeutende Persönlichkeit der Romantik und hatte enge Verbindungen zu wichtigen literarischen Kreisen ihrer Zeit:
Sie war Mitglied des Kasseler Kreises um die Brüder Grimm und trug mehrere Märchen zu deren berühmter Sammlung "Kinder- und Hausmärchen" bei, darunter "Die drei Männlein im Walde" (KHM 13) und "Der Herr Gevatter" (KHM 42)14.
Hassenpflug entwickelte eine tiefe Freundschaft mit der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die ab 1837 begann und bis zu Droste-Hülshoffs Tod 1848 andauerte12. Diese Freundschaft hatte einen bedeutenden Einfluss auf Droste-Hülshoffs literarisches Schaffen.
Unter dem Pseudonym "A. H." veröffentlichte sie 1870 die Biographie "Margarethe Verflassen", die auch ins Englische übersetzt wurde1.
Amalie Hassenpflug stammte aus einer einflussreichen Familie. Ihr Vater war der hessen-kasselische Verwaltungsbeamte Johannes Hassenpflug, und ihr Bruder Ludwig heiratete Charlotte Grimm, die Schwester der Brüder Grimm.
Nach ihrem Tod wurde Amalie Hassenpflug auf dem Friedhof in Meersburg beigesetzt, wo sie neben ihrer Freundin Annette von Droste-Hülshoff ruht.